Inklusives Theaterfestival PeriFair
Von Donnerstag, 14. Mai, bis Samstag, 16. Mai, findet im Kulturhaus und im Rosengarten das erste Inklusive Theaterfestival „PeriFair“ statt. Die Veranstaltung im Überblick:

Glanzstoff – Netzwerkfehler 101
Donnerstag, 14. Mai, ab 20 Uhr
Kulturhaus Lüdenscheid, Theatersaal
Ausgangspunkt war eine einfache Frage: Was nervt dich an Handys und ihrer Nutzung? Die Antworten waren eindeutig: medialer Überfluss, digitale Überforderung, Ablenkung und Abwesenheit.
Aus all dem wuchs eine Collage aus Wut, Staunen, Stille und Konfrontation über die permanente digitale Flut und die Vielfalt der medialen Nutzung – ein Spiel zwischen Chaos und Klarheit, zwischen Aneignung und Ablehnung, zwischen der digitalen Welt und analoger Entdeckung.
Foto: Uwe Schinkel

Konzept inklusiver Theaterarbeit e.V.
14 Darsteller*innen suchen ein Stück
Freitag, 15. Mai, ab 17 Uhr
Kulturhaus Lüdenscheid, Roter Saal
Seit Januar 2024 proben die Teilnehmer*innen an dieser Inszenierung.
Angefangen haben wir mit: Nichts! „Wie aus dem Nichts ein Theaterstück entsteht“ war der Titel des Angebots im Rahmen von „Workshop inklusive“, gefördert durch die Aktion Mensch.
Neben Schauspieltraining, Warm-up und Improübungen haben wir uns allmählich dem Thema des Stücks genähert. Alle Teilnehmende haben ihre Themen, Fragestellungen und Sorgen eingebracht. Zu all dem wurde improvisiert und am Ende der Probe fanden Abstimmungen statt. Bis sich das Thema „Klimakrise“ herauskristallisiert hat. In die Entwicklung haben alle Darsteller*innen ihren Text eingebracht, aus ihren Ideen entstanden Szenen. Der rote Faden: Wir suchen ein Stück, das wir spielen können.
Es wird getanzt, wir begegnen einem Zombie, Außerirdischen, Gandalf und Mary Poppins – und der Frage: Zerstören wir die Erde oder lieber nicht? Verrückt.
Foto: Lea Schnalke

SZENE 2WEI – Herz Emoji
(Tanzperformance)
Freitag, 15. Mai, ab 20 Uhr
Kulturhaus Lüdenscheid, Theatersaal
Ein Mangel an Liebe bedroht und spaltet unsere Welt. Was ist die Ursache dieser Dysfunktion? Und was haben wir ihr entgegenzusetzen? Herz Emoji lädt dazu ein, sich mit diesen und ähnlichen Fragen auseinanderzusetzen und den Blick in unser tiefstes Inneres zu richten.
Sechs Tänzerinnen und Tänzer bringen auf der Bühne Kopf und Herz, Verstand und Gefühl zusammen. In Form des zeitgenössischen Tanztheaters kreieren sie ihre ganz eigene Sicht auf die Welt und teilen mit uns den Traum eines Handelns, das über Intellekt und Vernunft hinaus auf echter Zuneigung basiert.
Herz Emoji besinnt sich – fernab von Hollywood – auf die Facetten der Liebe und ihrer Sprache, die in Vergessenheit geraten zu sein scheinen.

Antonia Aae – Own body
Samstag, 16. Mai, ab 17 Uhr
Kulturhaus Lüdenscheid, Roter Saal
Durch Bewegung und Tanz erzähle ich meine Geschichte und die Geschichten vieler Frauen darüber, wie unsere Körper besessen, sexualisiert und verletzt werden. Ich erforsche die Normalisierung von Gewalt und Leiden in der Sexualität sowie die Art und Weise, wie Pornografie diese alten patriarchalen Standards der bestehenden „rape culture“ verankert.
Antonia Aae (24) ist eine zeitgenössische Tänzerin, die ihren Abschluss bei DansArt Tanznetworks in Bielefeld absolviert hat und nun freiberuflich in der Szene tätig ist. Neben ihrer Mitwirkung in projektbasierten Produktionen kreiert und realisiert sie auch eigene Stücke und Projekte. Darüber hinaus teilt sie ihr Wissen und ihre Leidenschaft beim Unterrichten mit ihren Schüler*innen. Besonders beeindruckt sie die Verbindung verschiedener Kunstformen und Einflüsse.
Foto: Marvin Krullmann

Inklusives Theater Götterspeise
Etwas Besseres als den Tod finden wir überall
Samstag, 16. Mai, ab 20 Uhr
Kulturhaus Lüdenscheid, Theatersaal
Choreographisches Theater in Anlehnung an die Bremer Stadtmusikanten
Wie geht es mir damit, nicht mehr gebraucht zu werden oder nicht gewollt zu sein.
Wie fühlt es sich an als altes „Huhn“, sogar für die Hühnersuppe aussortiert zu werden?
Das aktuelle Stück des Theaters Götterspeise spielt mit den Fragen, wie unserer Gesellschaft mit den Alten, dem nicht Funktionieren und dem Fremden umgeht.
Foto: Sarah Jonek

tanzbar_bremen: „R. sieht Rot“
Freitag, 15. Mai, ab 12:15 Uhr
Rosengarten
Das Stück „Rosa sieht Rot“ wurde in der Besetzung von zwei Tänzerinnen Zwischen 2013 und 2020 mehr als 300mal gespielt. tanzbar_bremen beschäftigt sich in den letzten Jahren mit Nachhaltigkeit und„Recycling“. Nun wurde auch dieses Stück in einer neuen Tänzer:innenbesetzung „wiederverwertet“.
Foto: Nasser-Hashemi

tanzbar_bremen: FöhnFrisuren
Freitag, 15. Mai, ab 15:15 Uhr
Rosengarten
Zwei Männer, zwei Laubbläser, eine Handvoll Kostüme, ein Tusch, und los geht der Spaß mit dem Wind auf Knopfdruck: „FöhnFrisuren“ ist ein kühn charmanter
Streifzug durch die erstaunlichen Potenziale der dröhnenden Pusterohre – und zugleich durch die schönsten wehenden Haarschöpfe, Heldencapes und Rockzipfel Hollywoods. Zu passenden Sounds der Filmgeschichte und groovenden Beats performen, improvisieren und initiieren die Akteure herzergreifende Leinwandszenen, abenteuerliche Flugnummern, sportliche Matches und allerlei Überraschungen. Da möchte und soll man Mitmachen; entweder als Akteur oder einmal am Drücker eines Laubbläsers! Oskar Spatz und Lars Mindt wechseln die Rollen so umstandslos wie die Perücken, stecken Jung und Alt mit ungebremster Spielfreude an und zaubern in ihrer halbstündigen Show einen höchstpersönlichen Hauch ganz großen Kinos auf die Straße.
Foto: Daniela Buchholz

Konzept inklusiver Theaterarbeit e.V.: Monstershow
Samstag, 16. Mai, ab 12:15 Uhr
Rosengarten
PSSSST… es geht etwas- auf leisen Sohlen, auf haarigen Beinen, mit Hörnern vielleicht. Langsam,
langsam steht es auf.
Noch ein wenig benommen vom Winterschlaf…
Sind das etwa …. MONSTER!?
Wen empfinden wir als Außenseiter und was stört und fasziniert uns an diesen Gestalten? Sind die
nutzlos, oder können die was?
Konventionen und der Druck der drohenden Ausgrenzung prägen uns und haben Einfluss auf unser Selbstwertgefühl. Der massenmedial dargestellte Körper ist in der Regel glatt, rasiert und normiert.
Waren die „monstrae“, der Antike Ausdruck göttlicher Mannigfaltigkeit, wurde der groteske Körper seit dem Spätmittelalter als Auswuchs des Bösen schlechthin gebrandmarkt, als Freak im Zirkus ausgestellt oder weggesperrt.
Das Verrückte, der Außenseiter, hat aber stets eine eigene, subversive Kraft.
Im Jahr 2023 bauten die Teilnehmer*innen des Kostümworkshops, der im Rahmen von „Workshops inklusive“, gefördert von der Aktion Mensch, stattfand aus allerlei Upcycling-Material ihre individuellen Monster in der Integrativen Kulturwerkstatt Alte Schule. Die Monster waren bereits auf einigen Veranstaltungen unterwegs. Das KiT entwickelte für PeriFair mit den Monstern nun eine kleine „Monstershow“, mit der wir auch gerne zu ihnen kommen.
Das KiT ist in der Integrativen Kulturwerkstatt Alte Schule zuhause, einem Arbeitsbereich des Johanneswerk Wohnverbundes Märkischer Kreis, einer Wohn- und Betreuungseinrichtung für Menschen mit Behinderungen in der Evangelischen Johanneswerk gGmbH.

Art obscura: Die Art-Obscura-Klangwerkstatt
Samstag, 16. Mai, ab 15:15 Uhr
Rosengarten
Seit einigen Jahren treffen sich bis zu 15 Musik- und Rhythmusbegeisterte Menschen mit und ohne Behinderung in der Art Obscura-Klangwerkstatt. Unter der Leitung des Ruhrpreisträgers Peter Eisold wird an Schlagwerk- und Klangimprovisationen gearbeitet. Zum Einsatz kommen herkömmliche Schlaginstrumente sowie zweckentfremdete Gegenstände des Alltags. Von elektrischen Zahnbürsten bis Küchenutensilien, von Baumarktmaterial bis Metallschrott ist alles möglich.
Foto: Björn Stork

Workshop
SCHATTEN LICHT & FARBE
Freitag, 15. Mai, 10:30 – 12 Uhr
Kulturhaus Lüdenscheid, Orangener Saal
Mit den Teilnehmenden werden einfache bunte Figuren aus lichtdurchlässigen Farbfolien gestaltet. Die Figuren und Objekte werden im Raum installiert und ausprobiert. Zusätzlich gibt es flüssige Tinten in Petrischalen, die auf dem Overheadprojektor zu bunten, bewegten Bilder werden. Im Licht tanzen die Figuren als farbige Projektionen und Schatten über die Wände und die Körper, sie treten in Kontakt zueinander und bieten Raum zu Assoziationen. Der Raum und die Figuren können bespielt und erkundet werden. Dabei werden die Menschen selbst zu einem Teil dieser Landschaft.
Nach dem Festival können die selbstgebauten Figuren natürlich mit nach Hause genommen werden.
Workshopleitung: Larissa Jenne, Kostüm- und Bühnenbildnerin, Berlin.
Foto: Salome Klein
Tanz-Workshop
Freitag, 15. Mai, 10:30 – 12 Uhr
Kulturhaus Lüdenscheid, Grüner Saal
In diesem Workshop geht es um Bewegung und Begegnung. Am Anfang gibt es ein schönes Warm-Up. Danach zeigen wir Euch verschiedene tänzerische Übungen.
Wir werden eigene Tanz-Bewegungen entdecken. Wir werden miteinander Tanzen. Und wir werden kleine Choreografien entwickeln. Die zeigen wir uns gegenseitig.
Vor allem wollen wir viel Tanzen und Spaß haben.

Workshop
Wer bin ich und wenn ja wie viele?
Samstag, 16. Mai, 10:30 – 12 Uhr
Kulturhaus Lüdenscheid, Orangener Saal
Ein Stück Pappe, ein Projektor und Lust am Spielen:
die schnellsten Masken der Welt, warten darauf, dass wir sie erfinden! Minimaler Aufwand, maximale Freiheit:
jetzt bin ich mal Du und Du bist ich und Martin ist ein Stoppschild, ein Wolf, ein kleines Mädchen!
In Rekordgeschwindigkeit entstehen hemmungslos szenische Portraits und Gruppenaufnahmen, verschieben sich blitzartig Realitäten. Im Handumdrehen haben wir unzählige Bilder und Ebenen, ebenso oberflächlich wie deep, so überraschend vielschichtig wie wir Selbst!
Und dann?
Die Ergebnisse des Workshops bleiben installativ in Form von Photographien und Projektionen Teil des Festivals.
Foto: Salome Klein
Workshop Impro-Theater
Samstag, 16. Mai, 10:30 – 12 Uhr
Kulturhaus Lüdenscheid, Grüner Saal
Schauspiel, das im Moment entsteht – das ist Improvisationstheater. Wir entdecken wie Geschichten spontan entstehen, ob durch die Sprache oder mit dem Einsatz des Körpers. Die Übungen und Spiele im Rahmen des Workshops laden zum Ausprobieren und Spaß haben ein.
Begleitet werdet ihr dabei von Merisha Hackenberg (Theaterpädagogin) und Nico Kleemann (Schauspieler). Als Teil des Theaterkollektivs TheOtter bringen die beiden jahrelange Improtheater Erfahrung mit und freuen sich darauf, ihre Leidenschaft mit euch zu teilen.